Freitag, 26. April 2013

Europäisches Projekt stärkt die Integration von Roma

(RMS) Gleich zwei Termine standen für Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer am 26. April im Zeichen der interkulturellen Begegnung mit benachteiligten Minderheiten.Im Zuge eines Treffens mit Nikolai Atefie, einem Projekt-Manager des Europarats, gab sie bekannt, dass die Stadt Innsbruck ab sofort an der „Europäischen Allianz der Städte und Regionen für Roma Integration“ des Europarats teilnehmen wird (www.roma-alliance.org).

„Europa lebt von der Begegnung der Kulturen und es ist mir wichtig, dass der interkulturelle Austausch, gerade mit Minderheiten, auch in Innsbruck von Angesicht zu Angesicht gelebt wird“, betonte Bürgermeisterin Oppitz-Plörer, die auch Abgeordnete im Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarats (KGRE) ist.

Anschließend stand ein Treffen von österreichischen mit ungarischen SchülerInnen, die der Minderheit der Roma angehören, im Gymnasium Adolf-Pichler-Platz (APP) am Programm. In diesem Rahmen würdigte die Bürgermeisterin ein groß angelegtes Spendenprojekt für das Dr.-Ambedkar-Gymnasium im nordungarischen Borsod:

„Bildung ist eines unserer höchsten Güter in Europa – je mehr Menschen an ihr teilhaben, desto stärker vermehrt sie sich“, so Oppitz-Plörer. „In diesem Sinne finde ich den grenzüberschreitenden SchülerInnenaustausch besonders wichtig, denn so kommen nicht nur unterschiedliche Bildungssysteme zusammen, sondern vor allem Kulturen.“

85.000 Euro an Spendengeldern gesammelt

Seit eineinhalb Jahren sammeln die Innsbrucker SchülerInnen für ihre KollegInnen aus Borsod, die Großteils ethnische Roma sind, durch verschiedene Aktionen Geld, wie etwa mit organisierten Flohmärkten, Verkauf von selbstgebackenem Brot und Tombolas. Gemeinsam mit der Supermarktkette MPreis, die beim Verkauf des eigens designten „Roma-Plastiksackerls“ einen Teil des Erlöses spendet, konnten bisher 85.000 Euro gesammelt werden. Bereits am 25. April wurden während eines Festes im Gymnasium Adolf-Pichler-Platz wieder 40.000 Euro an die Direktorin des ungarischen Gymnasiums übergeben. „Was mit einer ursprünglich einmaligen Spendenaktion begonnen hat, hat sich nun zu einem langfristigen Partnerschaftsprojekt entwickelt. Dank der Unterstützung privater Unternehmen und der Stadt Innsbruck können wir dieses Projekt hoffentlich noch länger weiter führen“, so Dr. Elisabeth Müller-Bürgel, die Direktorin des Gymnasiums APP.

Hintergrund
Die „Europäische Allianz der Städte und Regionen für Roma Integration“ ist eine im März gestartete Initiative des Europarats (Straßburg) und wird von dessen institutionellem Körper, dem Kongress der Gemeinden und Regionen, umgesetzt.

Die Allianz hat das Ziel, gewählte VolksvertreterInnen sowie BeamtInnen der betroffenen Gemeinden und Regionen im Umgang mit den täglichen Problemen in Zusammenhang mit Roma zu schulen und gemeinsam Projekte für eine Verbesserung der Situation zu erarbeiten. Konkret sammelt und kommuniziert die Allianz „Good Practice“ Beispiele, wie die Inkludierung von Roma in allen Bereichen des Lebens (Wohnen, soziales Umfeld, Gesundheit, Bildung) funktionieren kann, hilft bei der Umsetzung von Projekten zur Verbesserung der Situation und fördert den Austausch von Gemeinden und Regionen zum Thema Roma-Integration. Derzeit sind 116 Städte und Regionen aus 27 Ländern vertreten. Aus Österreich ist neben Innsbruck auch die Stadt Graz und das Land Oberösterreich dabei.