Büchsenhausen-Stipendium überreicht

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Die Tiroler Landeshauptstadt verfügt über eine facettenreiche Kunst- und Kulturszene, die Kunstinteressierte wie -schaffende gleichermaßen anzieht. Dies trifft auch auf Marianna Christofides aus Zypern zu. Sie wurde im Rahmen des internationalen Fellowship-Programmes für Kunst und Theorie 2017/18 für das Stipendium für das Künstlerhaus Büchsenhausen ausgewählt.

Die Stadt Innsbruck unterstützt das Programm seit 2005 mit einem jährlichen Arbeitsstipendium in der Höhe von 4.000 Euro, 2014 wurde die Förderung auf 5.000 Euro erhöht. Die entsprechende Urkunde erhielt die Stipendiatin bei einem Besuch im Innsbrucker Rathaus von Bürgermeisterin Mag.Christine Oppitz-Plörer. Lea Stoll vom Künstlerhaus Büchsenhausen war in Vertretung des Geschäfts- und Programmleiters Andrei Siclodi ebenso anwesend wie Referatsleiterin Mag.Natalie Pedevilla (Bildende Kunst und Kulturprojekte).

„Als Unterstützerin der Kultur kann die Stadt einen finanziellen Beitrag leisten. Diesen zu nutzen und etwas daraus zu machen, liegt allerdings in den Händen der Künstlerinnen und Künstler selbst“, erklärte die Bürgermeisterin beim Aufeinandertreffen und wünschte der Stipendiatin viel Erfolg sowie inspirierende Momente in der Alpenstadt. Im Gespräch zeigte sich Marianna Christofides vor allem von der alpin-urbanen Lage Innsbrucks, den interessanten Begegnungen und der Tiroler Kulturszene begeistert.

 

Looking Against the Grain – The Hiatus of Uncertainty (Working Title) 

Derzeit arbeitet Marianna Christofides an einem Langzeitvorhaben, welches das unheimliche Gefühl des Schreckens angesichts der Tatsache, dass alles um uns herum sukzessive jeglicher Vernunft beraubt wird und langsam außer Kontrolle gerät, untersucht. Während ihres Fellowships in Büchsenhausen beschäftigt sich Marianna Christofides zudem mit einer „Anthologie der Augenblicke des Verschließens“ und spürt dabei den „herumirrenden“ Manifestationen der Unsicherheit nach, deren verschiedenen Formen und unterschiedlichen Qualitäten.

Außerdem arbeitet sie an der Collagierung, Neuordnung und der subtilen Inszenierung des gesammelten (aufgenommenen und archivierten) Film-, Klang-, Schrift- und Objektmaterials, um unterschiedliche Konstellationen sowie deren Fähigkeiten und Grenzen auszuloten.

 

Die Künstlerin im Fokus

Marianna Christofides stammt aus Zypern und lebt in Berlin. In ihren Filmessays und filmischen Installationen interessiert sie sich für das Nebeneinander geologischer und sozio-historischer Narrative sowie den Gebrauch bzw. Missbrauch des Naturbegriffs als Rechtfertigung für kulturelle Kontingenz.

Seit 2009 stellt die Künstlerin international intensiv aus. Ihre Filme wurden bereits auf vielen namhaften Filmfestivals in Europa gezeigt. Im Jahr 2011 vertrat sie beispielsweise gemeinsam mit Elizabeth Hoak-Doering Zypern auf der 54. Biennale in Venedig.

Jüngste Einzelausstellungen: Parkfield Studies, Temporary Gallery, Köln (2017), Shelter Cove, Annaelle Gallery, Stockholm (2016), und Prennial Limbo, waterside contemporary, London (2016).

Jüngste Ausstellungsbeteiligungen: Viaggio in Sicilia, Archäologisches Museum Salinas, Palermo (2017), Dejima. Concepts of In- and Exclusion, GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen (2017), und Terra Mediterranea: In Action, Nicosia Municipal Arts Centre, Nicosia (2017), Uncertain States. Artistic strategies in States of Emergency/Uncertain States, und Künstlerisches Handeln in Ausnahmezuständen, Akademie der Künste Berlin (2016).

Details: www.mariannachristofides.com

 

Förderung der Kunst durch das Stipendium Büchsenhausen

Das Internationale Fellowship-Programm für Kunst und Theorie findet seit dem Frühjahr 2003 im Künstlerhaus Büchsenhausen statt. Hinter dem Programm steckt die Idee, vor Ort einen Produktions- und Diskussionskontext zu bewirken, in dem KünstlerInnen und TheoretikerInnen überregionale Kunst- und Gesellschaftsdiskurse mit lokalen Themen in Zusammenhang bringen und reflektieren. Gleichzeitig wird die Möglichkeit eines künstlerischen Experimentierlabors gewahrt, wodurch Neues ausprobiert werden kann.

Die von einer Fachjury ausgewählten „Fellows“ kommen für ein bis zwei Semester nach Büchsenhausen, um an ihren eingereichten Projekten zu arbeiten und diesen Prozess in öffentlichen Veranstaltungen diskursiv zu begleiten.

Die Ausschreibung erfolgt direkt über das Künstlerhaus Büchsenhausen. Bildende KünstlerInnen, KritikerInnen, MedienkünstlerInnen, TheoretikerInnen und KuratorInnen können sich mit Projektvorschlägen während der ausgeschriebenen Einreichfrist direkt im Künstlerhaus Büchsenhausen bewerben. Anschließend entscheidet eine vom Künstlerhaus Büchsenhausen gewählte Fachjury über die Vergabe. (IKM)