Innsbruck (APA) – Einen Tag nach ihrem Stichwahl-Kontrahenten Georg Willi (Grüne) ist am Mittwoch Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) ihrerseits in die Offensive vor der finalen Entscheidung am 6. Mai gegangen. „Willi ist in der Pole-Position. Ich möchte aber die Stichwahl klar und eindeutig gewinnen“, erklärte sie bei einer Pressekonferenz. Eine Koalitionspräferenz gab die Stadtchefin nicht ab.

Die Stichwahl sei eine „unglaubliche Herausforderung“, so die 49-Jährige, schließlich habe Willi im ersten Durchgang einen „Respektabstand“ auf sie aufgewiesen. Nun gelte es, in den verbleibenden Tagen ein klares Bild davon zu zeichnen, wie die Landeshauptstadt unter einer Bürgermeisterin Oppitz-Plörer einerseits und einem Stadtchef Willi andererseits aussehen würde. Ihm Gegensatz zum Innsbruck des grünen Urgesteins würde es unter ihrer Führung nach der Infrastrukturoffensive der vergangenen Jahre keine weiteren Straßenbaustellen mehr geben. Auch 8.000 neue geförderte Wohnungen – wie von den Grünen verlangt – seien „so mit mir nicht machbar“, richtete Oppitz-Plörer einem ihrer bisherigen Koalitionspartner aus. Es gehe nun darum, die Stadt nutzbar zu machen. „Ja, ich habe verstanden“, so Oppitz-Plörer, und meinte damit die Botschaft des Souveräns, der sich angesichts der „Sanierungsoffensive“ in den vergangenen Jahren wohl „sehr oft belastet“ gesehen habe.

Die Bürgermeisterin garnierte ihre Ausführungen mit vereinzelten Spitzen gegen Willi. Dieser verteile über Medien schon Ressorts, „als ob es keine Stichwahl geben würde“. „Es fehlt grad noch, dass man sich schon die Amtsräume aussucht“, legte Oppitz-Plörer nach. Außerdem sei sie im Gegensatz zu Willi in der Vergangenheit „nicht nur am Wochenende in der Stadt“ gewesen, spielte sie auf die Tätigkeit des Grünen als früherer Nationalratsabgeordneter an.

In Sachen möglicher Koalitionen wollte sich Oppitz-Plörer indes nicht festlegen, die viel strapazierte Stoßrichtung „bürgerliches Lager vs linke Grüne“ der vergangenen Tage war kaum auszumachen. Koalitionsverhandlungen würden nach der Stichwahl geführt, Lagerdenken habe in der Kommunalpolitik „keinen Platz“. „Ich schließe niemanden aus. Ich traue es mir zu, mit allen Gespräche zu führen“, meinte sie. Alle fünf im Stadtsenat vertretenen Parteien sollten mitarbeiten und Verantwortung übernehmen. Als Präferenz für eine quasi „Allparteienregierung“ wollte sie dies aber nicht verstanden wissen. Doch auch bei den Grünen sollte man „über die Partei hinausdenken“, spielte Oppitz-Plörer auf Willis Festlegung an, nicht mit der FPÖ in einer Stadtregierung zusammenarbeiten zu wollen. Fischen will die Stadtchefin überall. „Ich werbe um Wähler aller Gruppierungen. Es gibt auch ein Potenzial bei grünen Wählern“, beschränkte sich die Bürgermeisterin nicht auf das Buhlen um FPÖ- und ÖVP-Wähler.

Einer möglichen Reunion von Für Innsbruck und ÖVP redete Oppitz-Plörer nicht das Wort: „Das ist derzeit in der Stadt überhaupt kein Thema“. Dahin gehend sei sie auch mit Landeshauptmann und ÖVP-Chef Günther Platter abgestimmt.

Hier kann eine Video-Aufzeichnung der gesamten Pressekonferenz (25. April, 2018) abgerufen werden [Dauer: 18 min 29 sec]. Die gesamte Ansprache wurde Live über den Facebook-Account von Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer übertragen.

Livestream mit Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer zur BürgermeisterIn-Stichwahl am 6. Mai 2018 #siefueruns

Gepostet von Christine Oppitz-Plörer am Mittwoch, 25. April 2018

Anschließende Fragen & Antworten [Dauer: 23 min 10 sec]:

Q&A Livestream mit Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer zur BürgermeisterIn-Stichwahl am 6. Mai 2018 #siefueruns

Gepostet von Christine Oppitz-Plörer am Mittwoch, 25. April 2018