Aktuell spricht der Bürgermeister von „Entdichtung“ bei öffentlichen Wohnbauprojekten, wie etwa beim Campagne-Areal. Geht es nach seinen Vorstellungen, werden dort in etwa 10% weniger Wohnungen gebaut und das in einer Zeit in der die Stadt bei privaten Projekten gemeinnützige Wohnungen einfordert. Zudem wird mit Stellungnahmen von Anrainern, die in keinerlei Akten aufscheinen, und Meinungen von – politisch motivierten – „Experten“ argumentiert. Der Meinungsschwenk hat erhebliche Auswirkungen auf alle Projekte in der Stadt.

„Ob vom aktuellen Meinungsschwenk beim Campagne-Areal, die Anzahl der Wohnungen um 10% zu reduzieren, auch alle anstehenden anderen Projekte betroffen sind, wird sich zeigen. Für Innsbruck fordert jedenfalls rasche Klarheit besonders für jene Projekte, die bereits vorbereitet sind und für die noch rechtskräftige Baubescheide fehlen“, so Krackl

„Für Innsbruck hat sich vor den Gemeinderatswahlen für Wohnbaumaßnahmen mit Augenmaß ausgesprochen, weil uns die Bevölkerung einen notwendigen Änderungsbedarf aufgezeigt hat. Zeitgleich haben sich die Grünen immer für 8.000 Wohnungen ausgesprochen, ein Ziel das in den Koalitionsverhandlungen von den Grünen auf 3.000 Wohnungen plus studentisches Wohnen revidiert wurde. Geworden sind es gemeinsam 3.000 Wohnungen inkl. studentischem Wohnen. Nun wird bei den stadteigenen Projekten munter weiter reduziert und gleichzeitig werden private Eigentümer zur Schaffung von gemeinnützigem Wohnraum verpflichtet. Da passt Vieles nicht zusammen und unterstützt nicht die Glaubwürdigkeit der Stadt als langfristig verlässlicher Partner, der sie bisher immer war“, skizziert der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, FI Klubobmann GR Mag. Lucas Krackl, die aktuelle Lage.

ÖROKO Zielsetzungen hinterfragen

„Angesichts des aktuellen grünen Richtungsschwenks müssen jedenfalls alle bisherigen Zielsetzungen im Entwurf zum ÖROKO, vor allem hinsichtlich der Anzahl an Wohnungen, massiv hinterfragt werden. Das was heute politisch gesagt wird, passt nicht mehr mit den Zahlen des ÖROKOs zusammen. Wenn sogar die Grünen mehr und mehr von ihren bisherigen Zielen abrücken, haben die aktuellen Festlegungen wohl keine Mehrheit mehr und erfordern analog zur Reduktion beim Campagne-Areal eine Adaptierung nach unten“, so Krackl.

Reden und Zuhören

„Beim Campagne-Areal wurde auf Vorschlag von VP Klubobmann Hannes Anzengruber vereinbart, dass jegliche Projektänderungen im Koalitionsausschuss beschlossen werden müssen. Erst auf diesen Kompromiss folgte die Zustimmung zum Beschluss aller planungsrechtlichen Vorbereitungen in Ausschuss und Gemeinderat. Wie unter diesem Blickwinkel die nun vorliegende ‚Mitteilung‘ über Wohnungsreduktionen zu werten ist, wird ebenfalls wohl noch Thema einer koalitionären Runde sein“, so Krackl abschließend.